Wenn du noch ganz am Anfang deiner Gartenplanung stehst, kannst du mit diesem Fragebogen Dir ein wenig klarer werden, was du möchstest.
Ansonsten: Los geht’s:

1. Analyse und viele Fragen

Bevor du anfängst, überlege zuerst wie und wo du Moos in deinem Garten haben möchtest. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die meisten Moose es gerne feucht und sauer mögen, aber auch an trockenen und alkalischen Standorten kommen einige Moose zurecht. Der erste Schritt sollte also sein, die Feuchtigkeit des Bodens und den pH-Wert zu bestimmen z. B. mit pH-Papier oder einem Boden-Testkit. Im besten Fall wächst schon etwas Moos an einer Stelle im Garten, dann ist das ein gutes Zeichen, einen Moosgarten anzulegen. Soll eine ggf. vorhandene Moosfläche erweitert werden oder eine komplett neue Fläche angelegt werden? Wie groß soll die Fläche sein, welche Ansprüche werden gestellt? Soll sie oft begangen werden oder eher als (Schatten-)beet genutzt werden? Sollen ggf größere Pflanzen entfernt werden? Gibt es eine Bereich im Garten wo zurzeit eh nichts wächst (z.B. unter großen Nadelbäumen)? Wie viel Sonne kommt in den angedachten Bereich?

Da Moose recht anspruchslos und vielfältig sind, kann in den meisten fällen ein passendes Moos gefunden werden, auch für Flächen am Hang, im Vollschatten, saurem Boden…

2. Vorüberlegungen

Die beste Jahreszeit zum Anlegen eines Moosgartens ist der Winter. Es ist nicht so heiß und trocken und die meisten Pflanzen wachsen dann nicht oder haben sich zurückgezogen. Man kann jetzt gut Moos in der Natur entdecken und auch kaufen (im Winter ist der Pflanzenmarkt nicht so üppig besetzt).
Hast du schon Moos? Woher kannst du Moos bekommen? Aus dem Wald dürfen Moose (und andere Pflanzen) nur in kleinen Mengen für den persönlichen Bedarf entnommen werden und auch nur wenn sie nicht geschützt sind. Hier findest du Links zu Moosverkäufern.

3. Untergrund


Da Moose nur sehr langsam wachsen, sollte darauf geachtet werden, dass in dem Bereich, wo das Moos wachsen soll keine oder nur wenige andere bodendeckende Pflanzen wachsen.
Dazu jätet man gründlich über einen länderen Zeitraum oder deckt die Fläche mit schwarzer Folie ab, bis alle Pflanzen eingegnagen sind (dann kann die Folie entfernt werden). Die Samen im Boden können allerding in Zukunft wieder keimen!
Alternativ kann eine Zwischenlage eingesetzt werden: Entweder ein (biologisch abbaubares) Unkrautvlies (Zb. dieses) oder eine Kokosmatte oder man bedient sich der No-Dig/Pappkarton-Methode (hier schön erklärt von Wurzelwerk). Auf die Pappe sollten noch 1-2 cm dick (unkrautfreie) Erde aufgebracht werden, ein Unkrautvlies kann in den meisten Fällen direkt vom Moos bewachsen werden. Allerdings lässt sich sagen: Je dicker die Erdschicht, desto besser die Unkrautunterdrückung, aber höher die Gefahr dass neue Unkrautsamen eingebracht werden.

4. Moos aufbereiten

Im Internet findet man vielfach die  Buttermilch-Methode, in der Moos zusammen mit Buttermilch in einem Mixer zerkleinert und die Masse dann auf eine Oberfläche gestrichen wird. Die Buttermilch dient dabei als Binde- und Klebmittel und hat dazu noch einen leicht sauren pH-Wert, den viele Moose mögen. Die Buttermilch ist nicht unbedingt nötig, es kann auch Wasser verwendet werden, da bei der Bodenauflage ja auch kein Klebmittel benötigt wird). Das zerkleinerte Moos kann gut verteilt werden und wächst auch aus den kleinen Stückchen gut.

5. Moos ausbringen

Auf den vorbereiteten Boden wird das Moos gleichmäßig verteilt, dann gewässert und gut festgetreten(!) damit das Moos guten Bodenkontakt hat. In der nächsten Zeit sollte darauf geachtet werden, dass das Moos nicht vertrocknet, aber auch nicht weggespült oder weggeweht wird. Dazu kann eine (Frühbeet-) Folie über das Moos gebreitet und festgesteckt werden.

6. Pflege und Instandhaltung

Moose sind recht anspruchslos und überstehen auch Trockenperioden gut. Allerdings sehen viele Moose im trockenen Zustand nicht so ansehnlich aus, weswegen meist dazu geraten wird, die Moosflächen regelmäßig zu gießen (da Moose keine echten Wurzeln haben und Feuchtigkeit über die gesamtw pflanze aufnehmen können reicht dabei ein eher kurzes Einsprühen). Abgefallenes Laub /Nadeln sind auch eher ein optisches Problem und sollten nur dann wirklich entfernt werden, wenn die Laubschicht so dick ist, dass das Moos nicht mehr zu sehen ist.
Unkraut kann in manchen Bereichen ein Problem darstellen, da sollte regelmäßg geschaut werden und vor allem Bodendecker (Giersch, Efeu..) rigoros entwern werden. Einzelne höher wachsende oder saisonale Pflanzen (z.B. Scharbockskraut) stören das Moos kaum.
Anders als oft gedacht sind viele Moose – gerade die häufigen Gartenmoose wie Rhytidiadelphus squarrosus, Brachythecium rutabulum – ziemlich trittfest und profitieren sogar vom Drüberlaufen. Erstgenanntes Moos vermehrt sich nämlich kaum über Sporen, sondern hauptsächlich vegetativ, also in diesem fall durch abbrechende Stückchen, die auf den Boden fallen